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REHAB 2003 zeigt Chancen für behinderte Kinder auf
Integration durch Aktion: Lebensbejahend und mitreißend
Viel Information über Rehabilitation und Pflege

Die 12. REHAB fand vom 7. bis 10. Mai in Karlsruhe statt. Ein wichtiger Schwerpunkt lag auf Hilfen für behinderte Kinder.


Der Rollator für ein gehbehindertes Kind muss sehr genau angepasst sein, denn mit ihm entwickelt das Kind seine Möglichkeiten sich zu bewegen. Die richtige Versorgung legt also wertvolle Grundlagen, eine falsche baut langfristig unüberwindbare Hürden auf. Frühzeitige, fachkundige Rehabilitation gibt nicht nur behinderten und kranken Kindern die notwendige Basis, sich zu entwickeln, sie spart auch enorme Folgekosten und bremst so - über die Lebensjahre der Betroffenen gesehen - die Kostenspirale im Gesundheitswesen. Damit ist nicht nur eine optimale Hilfsmittelversorgung der Unfallopfer oder erkrankten Menschen gemeint, ebenso wichtig ist die soziale und psychische Rehabilitation, denn sie sorgt für Lebensqualität. Mit dem richtigen Hilfsmittel und einer gezielten Therapie haben viele Menschen eine echte Chance auf Integration ins Leben. Kinderkrankenpflege hat hier eine wichtige Schlüssel- und Vermittlerposition.

Neben Herstellern und Importeuren von Hilfsmitteln stellten auf dieser Messe Reiseveranstalter, Dienstleister, Ausrüster von Autos und Fahrräder für Behinderte und viele mehr aus. Selbsthilfegruppen und Organisationen informierten über Ihre Ziele, Sportgruppen und -vereine über Möglichkeiten und Fähigkeiten ihrer Mitglieder.

Zusätzlich zum Angebot der 500 Aussteller wurde in der REHAB-Sportwelt Spiel und Sport für Behinderte und Nichtbehinderte vorgestellt; die Besucher konnten mitmachen, ausprobieren und miterleben, wie gemeinsam sinnvoll die Freizeit gestaltet werden kann. Zahlreiche Spitzensportler und Paralympics-Teilnehmer demonstrierten ihre außerordentlichen Leistungen. Im Tauchcontainer im Freigelände lud das Rehabilitationszentrum Südwest für Behinderte die Besucher ein, in eine neue Welt der Stille und Schwerelosigkeit einzutauchen. Kinder und Erwachsene hatten ihr Vergnügen daran. In der REHAB-Kinderwelt trafen sich behinderte und nichtbehinderte Kinder während die Eltern sich auf der Messe informierten

"In den Reha-Verträgen mit den Kostenträgern, gehen wird die Kinder-Versorgung leider oft als Anhängsel behandelt. Diese Produkte nehmen ein kleines Segment ein und der erhöhte Aufwand, den eine Kinderversorgung schon im Hinblick auf eine physiologische Entwicklung und Prävention fordert, wird nicht respektiert. So gibt es zum Beispiel einen Festpreis für Rollatoren. Dass die Versorgung von Kindern aber völlig anders aussehen muss als bei alten Menschen, dass die Anforderungen an das Hilfsmittel völlig andere sind, wird nicht berücksichtigt. Hilfsmittel für Kinder fördern oder behindern die Entwicklung für ein ganzes Leben. Deshalb braucht der Fachberater hier eine besondere Ausbildung, denn das Hilfsmittel muss exakt auf das Kind abgestimmt sein", erklärt Hermann Schäfer, vom Sanitätshaus Storch und Beller, Karlsruhe. Dieses Sanitätshaus bildet mit zwei weiteren zusammen die Gruppe PädiVital, die sich für Qualität in der Versorgung von Kindern einsetzt.

"Der Markt ist nicht nur heterogen wegen der unendlichen Differenzierungen bei den Behinderungen und der daraus resultierenden Anzahl an Produkten, sondern auch durch unklare Vorgaben der Gesetzgeber", berichtet rehaKind, die Arbeitsgemeinschaft von Herstellern und Importeuren für Hilfsmittel. Die Mitglieder haben sich verpflichtet, Qualitätsstandards zu wahren, die in der Kostendämpfung zu versacken drohen. "Die vom Gesetzgeber festgeschriebene und von den Kostenträgern immer wieder eingeforderte Qualität der Versorgung gerät ins Hintertreffen. Produkte, die keine ausreichende Qualität in der Versorgung bieten, schleichen sich auf dem Markt ein und den Versorgenden fehlt zu häufig dam notwendigen Wissen über den optimalen Einsatz und Nutzen," stellen die Mitglieder von rehaKIND fest.

Es besteht also ein hoher Informationsbedarf auf allen Seiten. Aber: Die Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen machen es für alle, die beruflich mit Rehabilitation, Pflege und Medizin befasst sind, immer schwieriger, Fachmessen länger und gemeinsam mit Kollegen ausführlich zu besuchen. Waren früher individuelle Verweildauern von zwei und mehr Tagen auf Messen mit Kongressen normal, so verkürzt sich dies jetzt auf eintägige Besuche.

Behinderte Menschen und ihre Angehörigen aber auch Pflegekräfte, Therapeuten, Orthopädie- und Rehabilitations-Techniker gehörten zu den Besuchern, darunter viele Auszubildende und Berufsanfänger. Da seit sieben Jahren keine Rehabilitations-Messe in dieser Art mehr im Südwesten stattgefunden hatte, waren auch Pflegekräfte und viele Therapeuten zum ersten Mal auf einer solchen Veranstaltung und der eine Tag, den sie sich dafür Zeit genommen hatten, reichte gerade für eine grobe Orientierung. Denn das ganze Spektrum von Rehabilitation und Pflege war vertreten. Aktionen und der begleitende Kongress bewegten sich in einem anspruchsvollen Rahmen.

Die nächste REHAB wird vom 27. bis 30. April 2005 in der Neuen Messe Karlsruhe stattfinden. Vorher findet in Düsseldorf die REHACare vom 15. bis 18. Oktober 2003 zu ähnlichen Themen statt. Hier gilt es wertvolle und wichtige Aspekte kennen zu lernen, die den Pflegealltag für Fachkräfte und Angehörige von behinderten Kindern erleichtern.

www.rehab-messe.de
www.rehacare.de
www.paedivital.de
www.reha-kind.de